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Juan Muñoz Armin Boehm Intensif-Station Paloma Varga Weisz Boehm
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Juan Muñoz (1953 Ibiza - 2001) Plaza 1996
Die mehr oder weniger identischen, in fast geschlossener Kreisform aufgestellten Figuren konfrontieren den Betrachter mit seinem Alleinsein in der Menge. Seine Außenseiterposition verschärft die Sensibilität für die Kategorien der Nähe und der Distanz - in emotionaler sowie auch in räumlicher Hinsicht. Muñoz lässt die Nähe der Figuren gegen das Sich-nicht-nähern-können des Betrachters laufen, ihre formale Verbundenheit trifft hart auf die Fremdheit des Beobachtenden. Die Unmöglichkeit der Verortung des Betrachters scheint in der Gemeinschaft der Figuren kontrastiert, aber auch deren Verortung ist wegen des Fehlens der Füße, des unsicheren Standes nur eine prekäre.

Paloma Varga Weisz *1966 Neustadt an der Weinstraße Brustlochfrau 1999
Paloma Varga Weisz greift in ihrer Arbeit auf kunsthistorische Motive und handwerkliche Traditionen zurück. So verwendet sie Lindenholz, das bevorzugte Material der spätgotischen Bildschnitzer. Sie zitiert Vorbilder, etwa Darstellungen von Wilden Leuten (behaarte Menschen, die im Mittelalter für das Heidnische und das Dämonische Stehen), der Muttergottes und des toten Christus. Wie Bildwerke in religiösen Zusammenhängen oder Reliquien sind die Skulpturen in Mauernischen eingelassen. Dafür wurden die Wände des zum Museum umgebauten Ständehauses aufgeklopft und damit Spuren seiner Geschichte freigelegt. „Ich möchte kein konkretes Gefühl vermitteln, aber im Betrachter eines auslösen. Was aber bei jedem Einzelnen ausgelöst wird, kann ich nicht steuern. Ich kann nur das Aussehen und den Ausdruck der Figuren lenken.“
Aus: „Intensif-Station“ – 26 Künstlerräume im K21

Valérie Favre *1959 Evilard Secret Service fort he Queen 2008-2009
„Man sollte dem Publikum nichts ersparen“, äußert Valérie Favre. Die von Film und Schauspiel geprägte Malerin inszeniert in ihren großformatigen Triptychen die Jahrmarktsbühne als Theater der Grausamkeiten. Die Protagonisten wecken Ängste aus Kindertagen und verweisen in das Reich der (Alp-)Träume. Die Farben sind energisch auf die Leinwand gesetzt. Mal verdichten sie sich in Schichtungen zu borkigen Strukturen, mal verschwimmen die Umrisse einer Figur aquarellartig. Ein Funkenmariechen mit rotem Kleidchen wird zum wiederkehrenden Symbol des Bösen und vollzieht ein eigenartiges Ritual an einer Puppe mit amputierten Beinen. Das Figurenpersonal ist bizarr; Hasenfrauen, Mischwesen, Pinocchietten mit langen Nasen – die Welt als Ort absurder und gefährlicher Phantasien, ohne Zeit, Raum und Regeln.
Aus: „Intensif-Station“ – 26 Künstlerräume im K21

Armin Boehm *1972 Aachen Rafah (Roit) 2010
Armin Boehms Landschaftsbilder erinnern an Luftaufnahmen von Militärbasen, Terrorcamps oder Forschungszentren. Mit einer Mischtechnik aus zahlreichen Lasuren, pastos aufgetragener Ölfarbe, Metallstaub und Collagematerial schafft er dunkle, vielschichtige Oberflächen. Sie vermitteln eine komplexe und tiefgründige Thematik. Neben seinem Interesse an emotional und rituell aufgeladenen Orten befasst sich Boehm mit physikalischen, astronomischen und okkulten Phänomen. Dabei bewegt er sich auf dem schmalen Grat zwischen Wissenschaft und Parawissenschaft, Religion und Okkultismus. Boehm bezieht sich auf Künstler am Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihrer teilweise unorthodoxen Sinnsuche und verweist auf die wenig beachtete Verbindung zwischen Moderne und Spiritismus.
Aus: „Intensif-Station“ – 26 Künstlerräume im K21

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