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Wende zum Elektropop

Die ersten drei Kraftwerk-Alben von Hütter und Schneider waren noch teilweise akustisch und experimentell ausgerichtet, bis sich Kraftwerk 1973 entschlossen, den Kraftwerk-Sound ausschließlich elektronisch zu gestalten und melodische Pop-Elemente zu integrieren. Das Ergebnis war das Album Autobahn, das nach Meinung vieler Experten einen Wendepunkt bedeutete und als erstes Album des Elektropop gilt. Die Songs bestehen zunehmend aus reduzierten Melodiefragmenten, die sich mit Phasen von Soundeffekten abwechseln, ein Merkmal, das bis heute im Wesentlichen die Musik von Kraftwerk bestimmt. Zudem integrierten Hütter und Schneider erstmals gesungene Melodien, die sich durch eine von allen Emotionen befreite, „kalte“ Singweise (Sprechgesang) auszeichnen. Autobahn ist das letzte Album, das bei Philips erscheint. Für Autobahn erhielt Kraftwerk erstmals weltweit Goldene Schallplatten, und die Single-Auskopplung des Titelstückes erklomm in den USA die Billboard-Charts. In Deutschland fand die Zeile „Wir fahr’n, fahr’n, fahr’n auf der Autobahn“ Eingang in den normalen Sprachgebrauch. Beflügelt durch den großen Erfolg gründeten Kraftwerk 1974 ihr durch die Plattenfirma EMI unterstütztes eigenes Kling-Klang-Label.

Im Februar 1975 verließ Klaus Röder die Band. Er wurde durch den Drummer und Studiomusiker Karl Bartos ersetzt. Im Sommer 1975 wurde das Album Radio-Aktivität aufgenommen, das im November 1975 erschien. Erneut hatte Kraftwerk mit der Auskopplung des Titelsongs Erfolg: Radioaktivität stand im Frühsommer 1976 wochenlang auf Position 1 der französischen Charts. Hütter und Schneider besuchten daraufhin mit dem Trans-Europ-Express mehrmals Frankreich, und der begeisterte Rennradfahrer Ralf Hütter nahm die Einladung an, als Beobachter die Tour de France zu begleiten.

Ende 1976 nahmen Kraftwerk das sechste Album Trans Europa Express auf, das im ersten Quartal des Jahres 1977 veröffentlicht wurde. Schon kurz nach der Veröffentlichung wurde der Titelsong Trans Europe Express in den Ghettos von New York populär und zur Blaupause für den Grundrhythmus der neuen Musikrichtung Hip-Hop.

Nach fünf Jahren Fernsehabstinenz kehrten Kraftwerk am 29. März 1978 im ZDF auf den Bildschirm zurück. Als lebende Roboter (mit schwarzen Hosen, roten Hemden, schwarzen Krawatten mit sequenzierenden roten LEDs) präsentierten sie der Öffentlichkeit die neue Single (Wir sind…) Die Roboter. Im April 1978 erschien das nächste Kraftwerk-Album Die Mensch-Maschine mit dem Hit Das Model. Erneut setzte dieses Album Maßstäbe für die Musikindustrie und die folgenden Musikstile.



Die 70er Jahre: Düsseldorf als Labor der populären Musik

Kraftwerk
Die wichtigste deutsche Band der Pophistorie. Kraftwerk ist heute noch so einflussreich, weil die Gruppe mit ihren Experimenten, dem Sound und dem Konzept der "Mensch-Maschine" alle Spielarten elektronischer Musik beeinflusste.

Die Köpfe von Kraftwerk waren Florian Schneider (Sohn des Architekten Paul Schneider-Esleben, studierte am Robert-Schumann-Konservatorium Düsseldorf, zog sich 2009 aus der Band zurück) und Ralf Hütter (studierte in der Frühphase von Kraftwerk Architektur an der Akademie in Remscheid). Alle anderen der von Zeit zu Zeit wechselnden Bandmitglieder waren lediglich Angestellte der beiden - darunter die bekannten Namen Karl Bartos (studierte am Robert-Schumann-Institut), Wolfgang Flür (studierte in Düsseldorf Architektur), Eberhard Kranemann (Student der Kunstakademie).

1970 erschien die erste, selbstbetitelte LP. Das Innencover schmückt eine Aufnahme der Fotokünstler Bernd und Hilla Becher. Die ersten drei Veröffentlichungen sind repetitive und von Schlagzeug und Gitarre dominierte Instrumental-Musik. Diese frühe Phase ist für viele aktuelle Musiker aus Düsseldorf bis heute maßgeblich. Zu ihrem typischen Stil fanden Kraftwerk indes erst 1974 mit "Autobahn". Ihr Meisterwerk veröffentlichten sie 1977 mit "Trans Europa Express". Die letzte Platte mit wirklich neuem Material war 1986 "Electric Cafe", die letzte reguläre Veröffentlichung 2003 "Tour de France Soundtracks".

Der damals in Berlin lebende David Bowie reiste um 1976 im Mercedes an und wollte die Band überreden, auf seiner USA-Tournee das Vorprogramm zu bestreiten.

Hütter/Schneider lehnten ab: "Kraftwerk ist keine Vorband", sagten sie. Bowie benannte seinen Song "V-2 Schneider" auf der LP "Heroes" nach dem Kraftwerk-Musiker. Kraftwerk dichtete in dem Stück "Trans Europa Express": "From station to station / Back to Düsseldorf City / Meet Iggy Pop and David Bowie." Kraftwerk trennten sich von ihrem Stamm-Produzenten, dem legendären Conny Plank, weil der David Bowie und dessen Produzent Brian Eno im Studio zuhören ließ. Dies sei "Industrie-Spionage".

Den berühmten, von El Lissitzky inspirierten Look, den Kraftwerk auf dem Cover von "Die Mensch-Maschine" trugen (rote Hemden, schwarze Krawatten), besorgte ihnen Ela Holscher, die heute ihr Geschäft ELA auf der Hohen Straße führt. 2003 schickte die englische Tageszeitung "Guardian" einen Reporter für einen Tag nach Düsseldorf, um Kraftwerk-Mitglieder und deren "Kling Klang"-Studio an der Mintropstraße zu suchen. Er fand nichts. Sein Artikel "Desperatly Seeking Kraftwerk" war dennoch eine Seite lang.

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