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Heinrich Heine Preis für Jürgen Habermas - mit Alexander Kluge
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Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas hat den Düsseldorfer Heine-Preis 2012 erhalten - Kultur Düsseldorf. Die Laudatio zur Verleihung hielt Alexander Kluge. Jürgen Habermas bekam die Auszeichnung für sein Lebenswerk. Die Jury sieht in ihm einen der weltweit bedeutendsten Denker der Gegenwart.

In der PK (im Heine-Institut), die charmant von Natalia Fedossenko, Pressesprecherin der Stadt Düsseldorf, moderiert wurde, äußerte sich Jürgen Habermas als auch Alexander Kluge u.a. zur aktuellen Situation des Suhrkamp Verlages. Als Einführung zur Veranstaltung benannte Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent, die Verleihungs-Kriterien der Heine-Preis-Jury. Eingangs verwies Habermas auf seine Ehefrau, die ja "echte Düsseldorferin ist", obwohl er der überzeugtere Lokalpatriot wäre. Alexander Kluge umriß in erzählerischer aber doch klarer Manier die Kernpunkte seiner Laudatio - u.a. verwies er auf die Schwierigkeit, die ein Author und/oder Filmemacher hätte, das umfassende Lebenswerk Jürgen Haberms` zu erfassen und zu kommentieren. Im Mittelpunkt seiner Laudatio stände die Gegenüberstellung zweier `Schwergewichte` - Heine und Habermas, die zum einen in der Person und Ausstrahlung zwar gegensätzlich zum anderen in der inhaltlichen Vision doch sehr ähnlich seien.

In der PK kam auch das Phänomen der enorm beschleunigten Welt zur Sprache (u.a. Rossini`s schnelle tempi, `... diese Zeit hat es in sich - sie geht wie eine Explosion vor sich ...`, `... und dabei ruhig bleiben ...`, `... hier wirke Habermas wie ein Anker ...`), für die Alexander Kluge rechtfertigende Ableitungen vorbrachte und Habermas etwas düster drein schaute.

Der Heinrich-Heine-Preisträger Jürgen Habermas sprach mit der Redaktion der rp-online über die Macht der Philosophen, die Zukunft Europas und den Wert des Glaubens
Er gilt als einer der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart: Jürgen Habermas (83). Am Freitag wird ihm in Düsseldorf der renommierte und mit 50.000 Euro dotierte Heinrich-Heine-Preis verliehen.
Zu Ihrem 80. Geburtstag fiel das Schlagwort von der "Weltmacht Habermas". Stört Sie so etwas?
Habermas Das war ein schlechter Scherz. Mit ihren öffentlichen Stellungnahmen können Intellektuelle im besten Fall einen gewissen Einfluss ausüben. Macht haben sie nicht. Macht ist an Positionen gebunden, aufgrund deren man einen kompakten Willen gegen andere durchsetzen kann. Hingegen hängt der diffuse Einfluss von Intellektuellen nicht von einer Ermächtigung ab, sondern von der Überzeugungskraft ihrer Worte und auch von der Ausstrahlungskraft der Medien, über die sich die Worte verbreiten. Da ich mich beispielsweise nur in Zeitungen äußere, ist mein Einfluss schon aus diesem Grunde begrenzt.
Gerade musste die "Frankfurter Rundschau" Insolvenz anmelden; von einer solchen Zeitung kann sich die Internet-Generation gar nicht mehr vorstellen, dass sie einmal eines der wichtigsten meinungsbildenden Organe gewesen ist. Ihre Frage erinnert mich übrigens an einen Vortrag, den ich 1986 hier in Düsseldorf über "Heinrich Heine und die Rolle des Intellektuellen in Deutschland" gehalten habe. Heine ist noch nicht in den Genuss einer demokratischen Öffentlichkeit gekommen; er musste noch für die Durchsetzung von Pressefreiheit und gleichem Wahlrecht kämpfen. Aber aus der Emigration heraus ist er zum Prototyp des allgemeinen, vor allem von Schriftstellern verkörperten Intellektuellen geworden. Dieser Typ hat sich in Frankreich spätestens Ende des 19. Jahrhunderts mit der Dreyfus-Affäre durchgesetzt. In Deutschland haben sich erst nach 1945 engagierte Schriftsteller wie Heinrich Böll und Günter Grass mit dieser Rolle identifiziert.
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Lothar Schröder führte das Gespräch.

http://www.rp-online.de/kultur/vom-schwinden-der-solidaritaet-1.3101079

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